BotanikRheinland-Pfalz

Im Garten der Blume der Liebe

3 Min. Lesezeit
Bild: Eingang Rosengarten Zweibruecken 1 © Akinom / Wikipedia CC0 1.0
Eingang zum Rosengarten in Zweibrücken im Pfälzer Wald

Wo ist der Poet, der die Rose nicht besungen hätte? Er – oder sie – müsste einen großen Bogen um Zweibrücken gemacht haben. Die Stadt im Pfälzer Wald wartet mit einem berühmten Rosengarten auf, der auch Nichtkundige der Floristik verzaubert.

Angelegt wurde der Rosengarten im Jahr 1912. Die Pfälzer Rosenfreunde beschlossen, eine Freiluft-Rosenschau in Zweibrücken zu ermöglichen. Am 20. Juni 1914 wurde der Rosengarten von der Prinzessin Hildegard von Bayern eröffnet. 42.000 Blumen erblühten gleich im ersten Sommer. Heute sind es 3.000 Rosen mehr auf einer doppelt so großen Fläche von 50.000 Quadratmetern. Der Garten weist natürlich weitere Pflanzen auf, ist von Wegen und Gewässern durchzogen und hat Orte zum Verweilen.

Von Mai bis September gibt es ein vielfältiges kulturelles Programm mit Konzerten, Theater, Blumenmärkten, Picknick und Spiel. Auf Führungen und in Seminaren kann man von Botanikern alles Wissenswerte und Wissensnötige für die Züchtung von Rosen erfahren. Die Arten der Rosen hier zählen 1.500! Darunter ist die in Deutschland größte Anpflanzung von in Frankreich gezüchteten Rosen. Beispiele sind die Gattung Gloria Dei und die Leonardo da Vinci.

Im März des Jahres 1945 war der Garten vollständig zerstört worden, durch Bomben und Granaten. Die Pfälzer Rosenfreunde legten ihn ein zweites Mal an, die Wiedereröffnung wurde 1948 gefeiert. In den folgenden Jahrzehnten wurden die Anlagen erweitert und umgebaut. In einer Ecke des Garten wurde und wird bewusst der Stil der 50er Jahre gepflegt. Ein kleines Museum ist im ganzen Jahr geöffnet.

eine Wand aus Kletterrosen an einer Mauer im Rosengarten in Zweibrücken, mitten im Garten der Blume der Liebe
Bild: Kletterrose Rosengarten ZW © Akinom / Wikipedia CC0 1.0
Eine Wand aus Kletterrosen im Rosengarten in Zweibrücken

Der Schwarzbach fließt durch Zweibrücken. Eine Grünanlage schließt sich an die andere an entlang des Baches. Alleen von Platanen und weiteren beeindruckenden Bäumen laden zum beschaulichen Spaziergang ein. Auf diese Weise gelangen Besucher nahezu durch die ganze Stadt oder doch durch das Zentrum. Das Schloss und ein Stadtmuseum sind die Ziele nach der Besichtigung des Rosengartens.

Im Barock hatte Zweibrücken eine erste Blütezeit. Die Anlage des Schlosses zeugt davon. Es hat eine dreistöckige Hauptansicht, erbaut aus Sandstein, der in günstiger Beleuchtung wundervolle Färbungen aufweist. Zumeist Herzöge residierten hier. Eine lange Treppe hinter dem Schloss führt in den Park, steinerne Skulpturen und ein Brunnen bieten beste Fotomotive.

Die Traditionen der demokratischen Bewegungen im Südwesten Deutschlands werden im Stadtmuseum wach. Schon 1913 nahm der Pfälzer Dr. Arthur Bäcker die Einrichtung eines Heimatmuseums in Angriff. Er teilte seine Gedanken mit dem „Historischen Verein der Mediomatriker für die Westpfalz“. Der Weltkrieg unterbrach die Bemühungen. Erst 1926 wurde in der Alexanderskirche eine erste historische Sammlung eröffnet.

Die Kirche wurde im nächsten Weltkrieg zerstört. 1948 beauftragte die französische Besatzungsmacht den Rechtsanwalt Max Schuler und seine Söhne mit der Bergung der Exponate und mit der Sammlung neuer Ausstellungsstücke. Diese konnten 1961 in einem neuen Stadtmuseum präsentiert werden. Eingerichtet wurde es im barocken Petrihaus und betreut durch Angestellte der Verwaltung. 1993 startete ein Verein Bemühungen zur Verbesserung der Dauerausstellung und für eine Restaurierung des Gebäudes. 2006 waren diese Ziele erreicht.

Zweibrücken hat ein dichtes Netz an Wanderwegen und Wegen für Radfahrer. Sie führen durch die Stadt und zur Stadt hinaus. Vom Stadtmuseum gelangt man nach Ernstweiler, dahinter liegt gleich das Saarland. In nördlicher Richtung können Wanderer dem Lauf des Auerbaches folgen. Sie gelangen bis Oberauerbach und sogar nach Battweiler. Nach Osten geht es auf dem berühmten Pirminius-Radweg, benannt nach dem Heiligen, der das Kloster Hornbach gegründet hatte. Dieses liegt südlich.

Hinweise

  • Rosengartenstraße 50  66482 Zweibrücken  Tel. 06332 479330  www.rosengarten-zweibruecken.de
  • Nebenziel  Stadtmuseum  Herzogstraße 9  66482 Zweibrücken  Tel. 06332 871381
  • Hotel Rosengarten am Park  Rosenstraße 60, 66482 Zweibrücken Tel. 06332 9770
  • Landgasthof Zur Alten Scheune  Zweibrücker Str. 1  66482 Zweibrücken  Tel. 06337 995280
  • Romantik Hotel Fasanerie  Fasanerie 1  66482 Zweibrücken  Tel.  06332 9730
  • Rosenhotel  Von-Rosen-Str. 2  66482 Zweibrücken  Tel. 06332 9190
  • Barrierefreiheit bei allen vier bestätigt
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