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An der Ex-Grenze

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Bild: Grenzmuseum schifflersgrund © ChrisO / Wikipedia CC BY-SA 3.0
An der ehemaligen Ost-Westgrenze in Thüringen liegt das Grenzmuseum und Mahnmal Schifflersgrund

Ein Museum und ein Beobachtungsturm stehen als Mahnmale im thüringischen Unstrut-Hainich-Kreis an der Grenze zu Hessen. Gebaute Anlagen, Grenzzaun und Objekte wie Fahrzeuge erinnern an den Verlauf der Grenze von BRD und DDR sowie an die militärische Konfrontation.

Das Grenzmuseum Schifflersgrund bewahrt den längsten Abschnitt der Anlagen, mit denen die DDR ihre Grenze sicherte. Zweieinhalb Kilometer ziehen sich Zaun und Markierungsstreifen sowie Anfahrtswege durch die Landschaft bei der Gemeinde Asbach-Sickenberg im Eichsfeld. Der metallene Zaun ist über zwei Meter hoch, er ist sehr stabil und engmaschig. Man kann nicht einen Finger durch die Öffnungen stecken, das Metall hat scharfe Kanten. Ein Beobachtungsturm und leistungsstarke Scheinwerfer sind hier erhalten. Die Ausstellung gibt umfangreiche Informationen über das Regime an der Grenze, militärische Sicherung in Dokumenten sowie Puppen in Uniformen.

Ein Teil der Ausstellung ist dem Schicksal von Heinz-Josef Große gewidmet, der hier am 29.3.1982 erschossen worden war. Er hatte versucht, die Anlagen in einem kleinen schweren Fahrzeug zu durchbrechen. Es ist ebenfalls ausgestellt. Daneben stehen ein Lastkraftwagen Ural und ein Hubschrauber MI-24 von den Streitkräften der UdSSR. Deren Verbindungen zum Grenzregime der DDR sind ebenfalls dokumentiert.

Das Museum wird vom Arbeitskreis Grenzinformation e.V. getragen. Der wurde ein Jahr nach der Wiedervereinigung im hessischen Bad Sooden-Allendorf gegründet. Heute wird das Museum von Thüringen und Hessen gefördert. Es hat ein großes Archiv zusammengestellt. In der jüngsten Zeit wurden viele Dokumente und Fotografien in digitalisierter Form abgelegt. 

Ein interessantes Projekt ist eine Kooperation mit der Stiftung Naturschutz Thüringen. Es werden fotografische Aufnahmen der Landschaft und der Biotope aus früheren Zeiten mit denen von heute verglichen. Die Aufnahmen zeigen die Burg Hanstein und die sie umwuchernden Pflanzen, eine Brücke über die Werra bei Lindewerra oder den Ort Asbach-Sickenberg. An manchen Stellen wird ein Blick in die Zukunft möglich. Der ehemalige Grenzstreifen, wo nicht an seine Funktion gemahnt wird, wandelt sich zum grünen Band in Deutschland. 1.300 Kilometer lang.

Etwas südlich steht der Grenzturm Katharinenberg in der Nähe des Ortes Treffurt. Genau gesagt steht er etwa 2,5 Kilometer von Wendehausen entfernt, gut zwei Kilometer von Katharinenberg und eineinhalb Kilometer von einer Raststätte an der B 249.

Der Turm misst vier mal vier Meter im Grundriss. Im Keller waren technische Leitungen zusammengeführt. Im Erdgeschoss waren Aufenthalt und Ausrüstung für bis zu sechs Soldaten. Im Obergeschoss war die Führungsstelle. Ein Offizier oder Unteroffizier und ein Soldat hatten hier ständig die Grenze zu beobachten. Es gab Signalanlagen, auf dem Dach war mindestens ein Scheinwerfer installiert. Unten gab es einen Kfz-Stellplatz. Ein Fahrweg aus Beton, Kolonnenweg genannt, verband die Abschnitte an der Grenze. Einzelne Grenzmarkierungen sowie Grenzsteine aus früheren Jahrhunderten stehen noch immer.

Hinweise

  • Grenzmuseum Schifflersgrund  Platz der Wiedervereinigung 1  37318 Asbach-Sickenberg  Tel. 036087 98409 (nur 11 bis 16 Uhr an Werktagen)  www.grenzmuseum.de
  • Nebenziel  Grenzturm Katharinenberg  99988 Wendehausen. Der Gemeindeverband Südeichsfeld und der Heimatverband Wendehausen unterhalten diese Informationsstelle. Sie ist zwischen Ostern und Anfang Oktober an Sonntagen geöffnet.
  • Barrierefreiheit im Museum gegeben
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